Verlorenes Geld in Online-Casinos zurückholen

Verlorenes Geld in Online-Casinos zurückholen

Online-Casinos gleichen Verluste aus – hol dir jetzt dein Geld zurück!

Im Casino spielen – und sich danach einfach eventuelle Verluste erstatten lassen, das klingt doch zu schön, um wahr zu sein! Aber was, wenn es da wirklich eine Möglichkeit gibt? In diesem Text beschreiben wir dir, unter welchen Umständen du tatsächlich dein Geld zurückfordern kannst und was du sonst noch dazu wissen solltest. Hier schon einmal vorab und in Kürze einige wichtige Short-Facts zum Thema:

  • Online-Glücksspiel war bis Ende Juni 2021 fast überall in Deutschland illegal

  • viele Anbieter haben ihre Games ohne Erlaubnis angeboten, darunter auch bekannte Marken wie Hyperino, Mr. Green oder DrückGlück

  • Spieler können von illegalen Online-Casinos und Zahlungsanbietern eine Erstattung ihrer Verluste einfordern

  • viele Gerichtsurteile zugunsten von Spielern zeigen, dass sich dies wirklich lohnen kann

  • zu beachten sind dabei Verjährungsfristen sowie die veränderte Rechtslage seit dem 1. Juli 2021

  • auch nach der grundsätzlichen Legalisierung von Online-Glücksspiel im Juli 2021 agieren viele Anbieter in Deutschland ohne Zulassung und damit illegal – daher kann es sich für Betroffene weiterhin in vielen Fällen lohnen, eine Rückforderung in Betracht zu ziehen

Bevor wir dir nachfolgend die genauen Hintergründe erläutern und dir in unserem abschließenden Fazit unsere Einschätzung zu dem Thema geben: Lehn dich bitte einmal entspannt zurück und stell dir die folgende Szene vor.

Ein enttäuschender Abend mit überraschendem Happy-End

Was für ein mieser Abend: Du hast ganz offensichtlich eine richtige Pechsträhne erwischt! Beim Blackjack hatte es schon schlecht angefangen und danach wurde es auch am Roulettetisch nicht besser. Enttäuscht über den Verlauf des Abends setzt du alle verbliebenen Chips auf Rot. Nervös und mit schwitzigen Händen schiebst du deine Chips über den Tisch. Jetzt gilt es, alles oder nichts! Der Croupier schickt die Kugel auf ihre Reise und spricht die berüchtigten Worte: Rien ne vas plus – nichts geht mehr. Gebannt verfolgst du den Lauf der Kugel. Sie wird langsamer und langsamer, schon bald wird sie in einem der Felder des Roulettekessels liegen bleiben. Dein Herz rast, als sie von Feld zu Feld hüpft, in Gedanken feuerst du sie an: Rot, rot, rot! Und tatsächlich, sie landet im Feld der roten Sieben. Du willst gerade erleichtert aufatmen, als sie doch noch ins Feld der schwarzen 28 trudelt. Du glaubst ins Bodenlose zu fallen. Mit kaltem Schweiß im Nacken und zittrigen Händen greifst du abwesend nach deinem Glas und steuerst frustriert auf die Garderobe zu. Die eigentlich kurze Strecke erscheint dir endlos, mühsam machst du Schritt um Schritt. Dabei rast das Gedankenkarussell in deinem Kopf. Wie hatte das bloß passieren können? Und wie sollst du jetzt eigentlich nach Hause kommen? Du hast ja gar kein Geld mehr für das Taxi… An der Garderobe entdeckst du die Geschäftsführerin des Hauses. Sie kommt auf dich zu und spricht dich an: “Es tut uns wirklich sehr Leid, dass Sie heute so viel Pech hatten. Dafür möchten wir uns vielmals bei Ihnen entschuldigen!” Träumst du oder hat sie das gerade wirklich gesagt? Lächelnd überreicht sie dir ein Kuvert. Du öffnest es irritiert. Aus dem Inneren lächeln dich mehrere Scheine an. Ungläubig blickst du wieder die Frau an. “Äh, ich verstehe nicht…”, bringst du stockend hervor. “Ach, das passt schon. Kommen Sie gut heim!” Das sollte nun tatsächlich kein Problem mehr sein, du hast jetzt ja genügend Geld für das Taxi. Du möchtest dich bei der Frau bedanken, doch sie ist schon wieder weg. Noch immer etwas perplex, aber auch erleichtert, nimmst du deinen Mantel und machst dich auf den Heimweg. So schlecht war der Abend ja eigentlich doch nicht…

Mehr als eine phantasievolle Story – Geld zurückfordern geht wirklich!

Vielleicht denkst du jetzt: “Na klar, ein Casino, das den Spielern die Verluste ersetzt, ein schönes Märchen. Da hatte der Autor aber eine ziemlich blühende Phantasie! Im echten Leben gibt es so etwas sicher nicht!” Wenn das so in etwa deine ersten Gedanken beim Lesen waren: Verständlich, aber weit gefehlt! Zugegeben, wir haben uns bei der Beschreibung des Vorgangs ein paar kleinere Freiheiten herausgenommen. Aber der Kern stimmt: Casinos gleichen manchmal die Verluste ihrer Spieler aus. Allerdings: Dies gilt in dieser Form nicht für stationäre Casinos, sondern für Online-Casinos, genauer: Online-Casinos, deren Angebot in Deutschland illegal war oder ist. Und sie machen dies auch nicht freiwillig wie in der obigen Erzählung, sondern werden von Gerichten dazu verurteilt. In der letzten Zeit gab es immer wieder entsprechende Urteile, besondere Aufmerksamkeit hat dabei ein Fall aus Hessen erlangt, da hier der Entscheid der Richter zugunsten des Spielers auch durch eine höhere Instanz bestätigt worden ist. Eine kurze Übersicht mit Infos zu diesem spektakulären Fall sowie aktuelle Urteile in der Glücksspielbranche sind auf Casino-Gesetze für dich zusammengestellt.
In diesem Text betrachten wir derweil, auf welcher rechtlichen Grundlage die Spieler ihr Geld zurückfordern können und was du beachten musst, wenn du vielleicht auch selbst deine Verluste einklagen möchtest.

Hintergrund: Online-Glücksspiel bis Juli 2021 in Deutschland fast immer illegal

Um zu verstehen, warum die Spieler ihr verlorenes Geld zurückfordern können, müssen wir zunächst einen kleinen Ausflug in die Geschichte der gesetzlichen Ordnung des Glücksspiels machen. In Deutschland ist die Regulierung des Glücksspiels nach Art. 70 des Grundgesetzes Ländersache. Dementsprechend müssen sich die 16 Bundesländer – um bundesweit einheitliche Bestimmungen zu schaffen – auf ein gemeinsames Regelwerk verständigen. Dem gemeinsamen Glücksspielstaatsvertrag der Länder zufolge war Online-Glücksspiel in Deutschland bis einschließlich Juni 2021 grundsätzlich verboten, doch es gab eine Ausnahme hoch im Norden der Bundesrepublik. Denn das Land Schleswig-Holstein hatte 2011/12 vorübergehend den gemeinsamen Kurs verlassen und schloss sich erst nach einem Regierungswechsel 2012 wieder dem abgestimmten Vorgehen der anderen Länder an. In der Zwischenzeit waren jedoch bereits einige Online-Casinos in Schleswig-Holstein zugelassen worden – jedoch ausschließlich für Menschen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthaltsort in Schleswig-Holstein. Ansonsten waren die Angebote in Deutschland jedoch illegal. Dennoch warben viele Betreiber von Online-Casinos mit einer im EU-Ausland gültigen Lizenzierung unter Berufung auf EU-Recht und den gemeinsamen europäischen Binnenmarkt um Spieler aus dem gesamten Bundesgebiet. Du siehst: In den meisten Fällen haben die Online-Casinos ihre Spiele verbotenerweise angeboten – und genau das bietet den Spielern nun die Möglichkeit, ihre Verluste zurückzufordern.

Voraussetzungen, Klagemöglichkeiten und Fristen

Eine entscheidende Voraussetzung für eine solche Rückforderung der Verluste ist also, dass der Spieler bei einem illegalen Anbieter gespielt hat, der ihm die Spiele nach deutschem Recht eigentlich gar nicht hätte anbieten dürfen. Nach Ansicht vieler Richter ist das Geschäft zwischen Spieler und Casino-Betreiber daher nichtig, da sich das Online-Casino widerrechtlich über das Verbot hinweggesetzt hat. In so einem Fall kann sich eine Rückforderung der erlittenen Verluste für den Spieler also im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen.
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Der Spieler kann sein Geld entweder von dem entsprechenden Online-Casino zurückfordern oder aber von dem Zahlungsanbieter, über den er seine Einzahlungen abgewickelt hat (z. B. eine Bank oder Paypal). Hier sollten sich Betroffene am besten juristischen Rat suchen, welcher Weg im Einzelfall am erfolgversprechendsten ist. Viele Anwaltskanzleien beschäftigen sich in letzter Zeit vermehrt mit solchen Verfahren und betreuen gleich mehrere Spieler, manche bieten sogar die Möglichkeit einer kostenfreien Erstanfrage. Such dir also ruhig anwaltliche Unterstützung, wenn du auch mit dem Gedanken spielst, deine Verluste von einem illegalen Anbieter zurückzufordern. Für gewöhnlich sind Verfahren gegen Unternehmen mit Sitz in der EU übrigens etwas einfacher, grundsätzlich sind jedoch auch Verfahren gegen Unternehmen mit Sitz auf Curacao etc. möglich – auch hierzu sollte man sich juristisch beraten lassen.
Zu beachten sind außerdem die Verjährungsfristen, denn nach zehn Jahren sind die Vorgänge verjährt. Wichtig ist dabei der Zeitpunkt, an dem du von der Illegalität des Online-Glücksspiels erfahren hast. Deine Verluste aus den vorangegangen zehn Jahren kannst du zurückfordern, für noch ältere besteht diese Chance nicht. Als Verlust gilt dabei die Summe der Einzahlungen abzüglich eventueller Auszahlungen. Ein Beispiel: Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre hast du bei einem illegalen Anbieter 14.000 Euro einbezahlt, aber auch immer mal wieder kleinere Auszahlungen vorgenommen, insgesamt 4.500 Euro. So kannst du von dem Anbieter noch 9.500 (= 14.000–4500) Euro zurückfordern.

Mehr zum Thema hier im Video!

Die Situation seit Juli 2021: Legalisierung des Online-Glücksspiels

Am 1. Juli 2021 ist in Deutschland der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) in Kraft getreten. Mit ihm wurde das Online-Glücksspiel hierzulande grundsätzlich legalisiert. Das neue Regelwerk soll dabei besonders dem Spielerschutz dienen und zugleich legale Spielangebote für die Spieler ermöglichen. Anbieter, welche die Bestimmungen konsequent umsetzen und eine behördliche Zulassung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erhalten haben, können den Spielern so ein rechtssicheres Angebot unterbreiten. Aber es gibt auch weiterhin viele schwarze Schafe, die ohne offizielle Erlaubnis und illegal die Spieler zu sich locken möchten. Wenngleich das Online-Glücksspiel in Deutschland also grundsätzlich seit dem 1. Juli 2021 legal ist, kann es sich für die Spieler durchaus lohnen, einmal zu überprüfen, ob ihr Online-Casino zu den vorbildlichen und legalen Anbietern gehört. Falls nicht: Schnell den Anbieter wechseln und informieren, ob eine Rückforderung der erlittenen Verluste erfolgversprechend ist.

Fazit: Rückforderungen können sich lohnen und sind häufig erfolgreich!

Obwohl das Online-Glücksspiel bis Ende Juni 2021 fast überall in Deutschland illegal gewesen ist, haben viele Betreiber von Online-Casinos verbotenerweise Spielern aus Deutschland ihre Spiele angeboten. Immer mehr Spieler fordern nun ihre in den illegalen Online-Casinos erlittenen Verluste zurück – und das häufig mit Erfolg. Denn auch viele Richter teilen die Ansicht der Spieler und urteilen zu ihren Gunsten, manche Beobachter sprechen hier bereits von einer “Geld-zurück-Garantie für Zocker”. Natürlich liegt jeder Fall etwas anders, Betroffene sollten sich daher juristischen Beistand suchen und überlegen, ob eine Klage erfolgversprechend ist. Dies gilt auch für Verluste, die nach dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 entstanden sind. Denn obwohl seither das Online-Glücksspiel in Deutschland grundsätzlich legal ist, sind noch immer viele Betreiber ohne behördliche Zulassung aktiv und ihre Angebote somit illegal. Auch hier kann sich eine Rückforderung von Verlusten daher für die Spieler auszahlen.
Unsere Einschätzung: Rückforderungen sind häufig erfolgreich, die Gerichte urteilen oft zugunsten der Spieler – eine Klage kann sich also lohnen! Betroffene sollten sich daher nicht vorschnell von dem Aufwand abschrecken lassen, sondern prüfen, wie erfolgversprechend ihr individueller Fall ist und sich hierzu gegebenenfalls juristisch beraten lassen.

+ Kann man sein im Online-Casino verlorenes Geld zurückfordern?
Ja, in vielen Fällen ist das möglich. Hierzu muss man wissen: Bis zum 1. Juli 2021 waren fast alle Online-Casinos in Deutschland illegal, etwas anders stellte sich die Situation in Schleswig-Holstein dar. Die illegalen Online-Casinos haben ihre Spiele verbotenerweise den Spielern aus Deutschland angeboten. Daher kann es sich für betroffene Spieler durchaus lohnen, erlittene Verluste zurückzufordern. Dies zeigen auch immer mehr Gerichtsurteile, in denen die Richter zugunsten der Spieler entschieden haben. Einige Beispiele haben wir hier zusammengefasst.
+ Welche Verjährungsfristen gelten bei Rückforderungen gegenüber illegalen Casinos?
Grundsätzlich kann ein Spieler die Verluste zurückfordern, die er in den letzten zehn Jahren erlitten hat, bevor er von der Illegalität des Angebots erfahren hat. Verluste, die noch länger zurückliegen, gelten hingegen üblicherweise als verjährt. Als Verlust gilt dabei die Summe der Einzahlungen abzüglich eventueller Auszahlungen.
+ Was ist mit Verlusten, die nach dem 1. Juli 2021 entstanden sind?
Am 1. Juli 2021 ist der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten, mit dem das Online-Glücksspiel in Deutschland grundsätzlich legalisiert worden ist. Betreiber von Online-Casinos, die sich an die Bestimmungen des neuen Staatsvertrags halten, können eine offizielle behördliche Erlaubnis für ihre Angebote erhalten und ihre Spiele dann legal anbieten. Eine Übersicht zu den Online-Casinos, welche die Zulassung erhalten haben, kann übrigens auf der offiziellen Whitelist der zuständigen Behörde eingesehen werden. Allerdings gibt es weiterhin viele Betreiber, die sich nicht an die Regelungen halten und deren Angebote in Deutschland illegal sind. Spieler, die bei einem solchen Anbieter spielen, sollten schnellstmöglich zu einem legalen und seriösen Online-Casino wechseln. Außerdem sollten sie prüfen, ob eine Rückforderung der bei dem illegalen Anbieter erlittenen Verluste erfolgversprechend ist.

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Suchtprävention und Beratung

Wenn aus dem Spiel Ernst wird: Aktuellen Studien zufolge liegt die Zahl der Personen, die Suchtverhalten beim Glücksspiel aufweisen, zwischen 134.000 und 416.000. Spielteilnahme erst ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter www.bzga.de.

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