Aktionstags Glücksspielsucht 2023

Am kommenden Mittwoch findet der bundesweite Aktionstag Glücksspielsucht statt. In ganz Deutschland sind Projekte geplant. Auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) präsentiert ihre Spielerschutzmaßnahmen.

Sabine Löwenberger Datum: Lesedauer: min.
zuletzt aktualisiert: 25.09.2023

Aktionstags Glücksspielsucht 2023

Am kommenden Mittwoch findet der bundesweite Aktionstag Glücksspielsucht statt. In ganz Deutschland sind Projekte geplant. Auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) präsentiert ihre Spielerschutzmaßnahmen.

Inhaltsverzeichnis

    Am Mittwoch, dem 27. September, ist der 13. Bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht 2023 geplant. Die Landeskoordinationsstellen Glücksspielsucht hat zu diesem Anlass in deutschlandweit Kampagnen und Informationsprojekte initiiert. Auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder wird einen Überblick über den Glücksspielstaatsvertrag und dessen Spielerschutzmaßnahmen bieten.

    Die Projekte laufen unter der Schirmherrschaft des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Burkhard Blienert. Die Kampagnen und Projekte werden von Suchtkliniken, Selbsthilfegruppen, Schulen und Beratungsstellen durchgeführt. Die Landeskoordinationsstellen Glücksspielsucht der Bundesländer können ihre Projekte jedoch frei gestalten.

    Filmreihe „Verzockt“ über exzessives Sportwetten im Fokus in NRW

    Im Fokus der Veranstaltungen in NRW soll die fünfteilige Filmreihe „Verzockt“ stehen, einem Medienprojekt aus Wuppertal. Die Filme zeigen Menschen, die sich zu Sportwetten hingezogen fühlen. Beleuchtet werden dabei der Alltag der Personen sowie die Motivation, die sie zum Spielen veranlasse.

    Dabei kämen sowohl Personen mit unproblematischem Spielverhalten als auch exzessive Spieler zu Wort. Die Filmreihe konzentriere sich besonders auf Maßnahmen, die problematischem Spielverhalten vorbeugen könnten.

    Dass das Thema Glücksspielsucht nicht schambehaftet sein müsse, sollen positive Umgangsmöglichkeiten und Hilfen für die Betroffenen und deren Angehörige aufzeigen.

    Die Filmreihe werde nach der Premiere am 27. September als Bildungs- und Aufklärungsmittel auf DVD sowie als Streaming und Download verfügbar sein.

    Glücksspiel-Parcours „Abgezockt“ in Niedersachsen

    Das Projekt „Abgezockt“ ist von der niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS) in Kooperation mit der Krankenkasse DAK produziert worden. Jugendlichen sollen hierbei auf spielerische Weise mögliche Gefahren und Folgen der Glücksspiel- und Sportwetten-Angebote vermittelt werden.

    Laut den Initiatoren solle der Parcours eine „zeitgemäße Vermittlung von Inhalten sowie den Ausbau von Schutzfaktoren und Resilienz“ bewirken. Die Veranstaltungen beginnen mit einem informativen Einstieg. Anschließend erlernen die Jugendlichen, zwischen Glücksspiel, simuliertem Glücksspiel und Spielen ohne Glücksspiel-Charakter zu unterscheiden.

    Fachkräfte für Suchtprävention würden die Jugendlichen durch das Programm führen. Ziel sei es, den jungen Menschen eine kritische Sichtweise auf das Glücksspiel zu vermitteln.

    Aufklärung sei heute besonders wichtig, da Kinder und Jugendliche immer häufiger mit dem Glücksspiel konfrontiert würden. Laut dem Glücksspiel-Survey der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sei bereits die Hälfte der zwischen 18- und 20-Jährigen in Kontakt gekommen.

    Dies liege unter anderem an dem einfachen Zugang zum Spiel. Im Fernsehen machten Fußballer Werbung für Sportwetten und auf dem Smartphone könnten Casinospiele gespielt werden.

    Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Landesvertretung Niedersachsen, kommentiert:

    „Glücksspielsucht ist ein ernstzunehmendes Problem. Wir wollen bereits früh im Umfeld Schule für das Thema sensibilisieren.“

    Fachverband Gastronomie-Aufstellunternehmer unterstützt Aktionstag

    Der Fachverband Gastronomie-Aufstellunternehmer (FGA) hat seine Mitglieder in einer Pressemeldung bestärkt, den Bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht zu unterstützen. Die Gastronomie-Branche habe eine wichtige gesellschaftliche Funktion und könne sich daher aktiv gegen Spielsucht einsetzen.

    Die Vorsitzende des FGA, Sabine Dittmers-Meyer, erklärt:

    „Dieser Aktionstag ist ein bedeutender Schritt, um das Bewusstsein für die Problematik der Glücksspielsucht zu schärfen und präventive Maßnahmen zu fördern.“

    Es werde bereits viel gegen Spielsucht getan. Insbesondere von den Schulungen des Servicepersonals verspreche sich der Verband viel. Dort würden Mitarbeiter dafür sensibilisiert, problematische Spielgäste frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

    Der FGA stehe zudem als kompetenter und erfahrener Ansprechpartner zur Seite. Zu den Angeboten gehörten die Unterstützung bei der Aufstellung der Spielautomaten und bei der Umsetzung der Präventionsmaßnahmen.

    GGL unterstützt Aktionstag gegen Glücksspielsucht

    Informationsbroschüre bereitgestellt, die alle Spielerschutzmaßnahmen, die im Glücksspielstaatsvertrag verankert sind, übersichtlich aufzeigt.

    GGL-Vorstand Ronald Benter erklärt:

    „Uns ist wichtig, dass die breite Öffentlichkeit über die gesetzlichen Regelungen aufgeklärt wird und Spielende besser einschätzen können, welche Angebote illegal und welche legal sind, sich also an die strengen Regeln zum Spielerschutz halten.“

    Für die GGL stünden Spielerschutz und Prävention im Vordergrund. Daher sei auch ein regelmäßiger Dialog mit den Suchtverbänden wünschenswert. Erkenntnisse aus der Präventionsarbeit könnten gesammelt und anschließend für die Spielerschutzmaßnahmen verwendet werden. Ein erster Schritt in diese Richtung sei bereits getan, als die GGL sich mit den Landeskoordinatoren der Suchtverbände getroffen habe.

    GGL-Vorstand Benjamin Schwanke kommentiert:

    „Die Präventionsverbände leisten wichtige Arbeit. Daher begrüßen wir auch den jährlichen Aktionstag gegen Glücksspielsucht, denn Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen sind die Grundlagen, um Spielsucht wirksam zu bekämpfen oder zu vermeiden.“

    Spezielle Aktionen und Veranstaltungen wie Vorträge scheint die Behörde jedoch nicht geplant zu haben.

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